Archiv ‘Musik’ Category

30. April 2013

Ungebrüllt

Der Ham­bur­ger Sven Bün­ger ver­öf­fent­licht ein wun­der­voll unbe­deu­ten­des Debüt-Album: »Bün­ger – Bes­ser scheitern«

Ernst, Bünger (Foto: Andreas Oetker-Kast)
Ernst, Bün­ger (Foto: Andreas Oetker-Kast)

Ja, der Hüft­schwung von Mick Jag­ger. Und natür­lich die tief vor dem Gemächt hän­gende Gitarre. Bren­nende Gitar­ren. Sex Machine. Die Geschichte der Pop­mu­sik ist vol­ler brül­len­der Super­la­tive, das Groß­pre­che­ri­sche ist vor allem sei­nen männ­li­chen Heroen so zu eigen wie kaum einem ande­ren Genre – und wie viele wich­tige, rich­tungs­wei­sende und vor allem ein­zig­ar­tig epo­chale Alben hat uns die Musik­in­dus­trie schon beschert?

All das Gekrei­sche und Gedröhne von Public Rela­ti­ons und Über­schät­zung steht so oft vor der Musik, dass einem das eigent­lich schon oft abhan­den­kommt, bei allem gie­ri­gen Schnap­pen nach der Authen­ti­zi­tät, die dann immer so behaup­tet wird. Manch­mal, aber nur sehr sel­ten kommt dann eine win­zige Über­ra­schung daher, und man meint, wie­der ein­mal etwas zu hören. Und diese Alben sind sel­ten rich­tungs­wei­send und epochemachend.

Sven Bün­ger hat so eine Platte gemacht. Sie ist knappe 34 Minu­ten lang, so wie frü­her eine LP und es sind 10 Songs dar­auf – fünf für jede Seite? Er ist Pro­du­zent, hat also einer die­ser merk­wür­di­gen Berufs­be­zeich­nun­gen in der Musik­bran­che, von der alle mei­nen, zu wis­sen, was da geschieht, aber nie­mand so genau weiß, was so einer eigent­lich macht. Auf jeden Fall beschäf­tigt er sich schon lange mit Musi­kern und hatte auch mal eine Band, Sou­lounge hieß die. Alles nicht so spek­ta­ku­lär. Und er macht kleine Konzerte.

Und jetzt eine Platte. Mit einer Stimme, irgendwo zwi­schen Tom Waits Ver­lo­ren­heit und dem aler­ten Lie­der­sän­ger­sound, und einer klei­nen Band, Schlag­zeug, Gitarre, Bass. Die Texte sind wenig unge­stüm, zurück­ge­lehnt, selbst­kri­tisch, Groß­tadtste­reo­ty­pen: Leere Stras­sen, regen­nas­ser Asphalt, Männereinsamkeit.

Das ist aller­dings nicht die oft­mals wei­ner­lich vor­ge­tra­gene Zwangs­poe­sie der vie­len jun­gen deut­schen Song­wri­ter, die gerade ein wenig popu­lär sind. Es riecht eben so ein biss­chen nach kal­tem Ziga­ret­ten­rauch und lee­ren Fla­schen mit unbe­stimm­ten Alko­ho­lika, und das in Zei­ten, wo vor dem, was einst­mals Clubs waren, die Rau­cher in der Kälte ste­hen müs­sen und die Jungs Bier mit Geschmack trin­ken. Wie ungewohnt …

Über­haupt ist die ganze Chose ein Ana­chro­nis­mus, vom Ges­tus wie vom musi­ka­li­schen Impe­tus. Da fin­det sich dann auch mal eine fein zise­lierte Bass­li­nie im Intro (Uwe Fren­zel, der schon Texas Light­ning die Basis gab), hier ein paar ver­spielte Slide-Harmonien oder da ein klei­nes Banjo-Picking (Ulrich Rode und Stef­fen Häfe­lin­ger bedie­nen so ziem­lich alles, was Sai­ten hat, trom­meln tut dann Lars Plogschties) irgendwo im Stück.

All das ist so alt­mo­disch lie­be­voll, wie man sich es immer wie­der wünschte, wenn da sonst, bei Ande­ren, nicht immer nur Behaup­tun­gen stünden.

Hier ist nichts behaup­tet, son­dern ein­fach gemacht. Der Bün­ger singt und seine »Freunde«, die alle­samt her­vor­ra­gende Instru­men­ta­lis­ten sind, spie­len dazu und mit. Warum ist eigent­lich egal, wahr­schein­lich weil sie ein­fach jede Menge ver­spiel­tes Ver­gnü­gen am Musik­ma­chen haben. Es klingt dann auch gut.

Natür­lich ist das im Prin­zip, wie jeder »Mood«, den eine Platte erzeugt, eine kleine Illu­sion, aber diese schöne Illu­sion hier haut so rich­tig schön hin. Und dann singt der Mann wie­der von sei­nen Erfah­run­gen, die einen eigent­lich nicht inter­es­sie­ren müss­ten, weil wir sie im Genre schon oft gehört haben, und wir hören doch hin.

Weil sol­che Zei­len wie »Ist das Glück oder Schick­sal, wenn ich ange­kom­men bin« hier eigen­ar­ti­ger­weise anders klin­gen. Oder auch die Vor­stel­lung vom getrie­be­nen Nacht­schwär­mer so rich­tig schön rüber­kommt: »Wenn der Mond mich ruft, folge ich die ganze Nacht dem hel­len Schein

Und weil es um ein erwach­se­nes Schei­tern und kein blö­des Jung­män­ner­ge­jam­mer geht: »Es gibt noch mehr als nur zwei Sei­ten, es geht wei­ter, Stück für Stück. Wel­chen Weg wir auch beschrei­ten, für das Glück …« 

Sol­che Plat­ten sind meis­tens ein­sam. Geben wir ihnen doch ein wenig Gesellschaft.

Bün­ger: Bes­ser schei­tern [Ama­zon Partnerlink]

Mat­thias Schu­mann (kms)

20. April 2013

Rauschhafte Verführung

Erfah­run­gen mit dem Hören und Sehen von Wag­ners Opern – eine ver­hal­tene Lob­rede zu sei­nem 200. Geburtstag

Rot-Grün (Foto: © Edler von Rabenstein - Fotolia.com)
Rot-Grün (Foto: © Edler von Raben­stein — Foto​lia​.com)

Wagner habe ich mich lang­sam ange­nä­hert. Die erste über­wäl­ti­gende Hör­er­fah­rung war der Schluß der Göt­ter­däm­me­rung mit Christa Lud­wig als Brün­hilde und dem Phil­har­mo­ni­schen Staats-Orchester Ham­burg unter dem berühm­ten Wagner-Dirigenten Hans Knap­perts­busch Anfang der 60er Jahre. »Starke Scheite rich­tet mir auf«, dann ruft sie ihr Roß Grane und rei­tet ins Feuer, eine selbst ange­rich­tete  archai­sche Wit­wen­ver­bren­nung. Die Klang­mas­sen auf­tür­mende Musik über­wäl­tigte mich der­art, dass ich nicht wußte, wie mir geschah. Ich schwamm im Klang, wurde von ihm davon­ge­tra­gen, dar­über und dazwi­schen die Stimme der Lud­wig. Immer neue Stei­ge­run­gen, bis der Klang wie eine Rie­sen­welle über mir zusam­men­schlug und ich nach Luft schnappte.

Es war über­wäl­ti­gend, ich fühlte mich aus­ge­lie­fert. Was war mit mir gesche­hen? Als Mit­tel der Ernüch­te­rung las ich Theo­dor W.Adornos Ver­such über Wag­ner. Was ich davon ver­stand, war die War­nung vor dem Rausch­haf­ten und vor der Ver­herr­li­chung des Nich­ti­gen, vor einer heid­ni­schen Remy­thi­sie­rung. »Die wahre Idee der Oper, die des Tros­tes, vor dem die Pfor­ten der Unter­welt sich öff­nen, ist verlorengegangen.«

Hinzu kam Wag­ners dik­ta­to­ria­les Gehabe und sein Spott über die Juden. Den jüdi­schen Diri­gen­ten Her­mann Levi, der die Urauf­füh­rung des Par­zi­val lei­ten sollte, demü­tigte er auf schlimmste Weise, legte ihm nahe, sich vor­her tau­fen zu las­sen. Erst ein­mal wollte ich des­we­gen nichts mehr hören von dem Bay­reu­ther Gesamt­künst­ler, der nicht nur anti­se­mi­tisch getönte Schrif­ten ver­fasst, son­dern des­sen rausch­hafte Musik den deut­schen Weg in den schreck­li­chen Welt­krieg und die Ver­nich­tung der euro­päi­schen Juden beglei­tet hatte.

Aber dann ich ließ mich Mitte der 60 er Jahre von einem guten Freund über­re­den und ging mit ihm in eine Auf­füh­rung  der Meis­ter­sin­ger von Nürn­berg in der Ham­bur­gi­schen Staats­oper. Und ich konnte mir nicht hel­fen, mir gefiel die Oper  schon von der ers­ten Szene an–  in der Kir­che erklingt ein Gemein­de­cho­ral, der Johan­nes den Täu­fer zum Thema hat, »Edler Täu­fer, Christs Vor­läu­fer, nimmt uns gnä­dig an, dort am Fluss Jor­dan.« Zwei junge Men­schen, Eva und Walt­her von Stolzing, wech­seln wäh­rend der Lit­ur­gie hef­tige Bli­cke und ver­lie­ben sich, das sprach mich an (war ich doch sel­ber zu die­ser Zeit frisch verliebt).

Ich wurde ver­zau­bert von der Szene, in der Hans Sachs über den Zusam­men­hang von Flie­der­duft, Lie­bes­ge­fühl und Gesang nach­denkt: »Wie duf­tet doch der Flie­der so mild, so stark, so voll. Mir löst es weich die Glie­der, will, dass ich was sagen soll.“ Der Johan­nis­tag­ju­bel der Lehr­bu­ben, das Ständ­chen Beck­mes­sers, dann der Aus­bruch der Aggres­sion unter den Hand­wer­kern, die fugierte Prü­gel­szene in den Gas­sen Nürn­bergs, bis noch mal der Nacht­wäch­ter auf­taucht, des­sen Horn­ruf  alles beru­higt, »hört ihr Leut und lasst euch sagen« — es war wunderbar.

Die Gestalt des sprich­wört­lich gewor­de­nen Beck­mes­ser als Juden­ka­ri­ka­tur zu sehen, sicher, da war was dran. Aber die Komik sei­nes von den Ham­mer­schlä­gen Hans Sach­sens  gestör­ten Lie­des war doch ein wun­der­ba­rer Ein­fall. Sachs Wahn­mo­no­log mit dem tie­fen Blick in die Eitel­keit des Lebens. Stolzings Preis­lied mit der Ver­söh­nung von grie­chi­schem Par­nass und christ­li­chem Para­dies. Und schließ­lich die Fest­wiese mit den poli­tisch leicht miss­zu­deu­ten­den Wor­ten Sachs: »Ver­ach­tet mir die Meis­ter nicht und ehret ihre Kunst“, der Atta­cke  auf wel­schen Dunst, und dann: » Zer­ging in Dunst das heilge röm‘sche Reich, uns bleibe gleich die heil‘ge deut­sche Kunst.“

Sicher, eine Abwer­tung  eines ande­res Vol­kes, aber auch eine Vision, nach der die Gesell­schaft auf einem gemein­sa­mem Kunst­ver­ständ­nis auf­bauen müsse. Eine ein­deu­tige  Behaup­tung des Vor­rangs der Kunst vor der Poli­tik. Trotz­dem wurde die Oper poli­tisch benutzt und miß­braucht, Hit­ler liess sie anläß­lich der Par­tei­tage in Nürn­berg und im Krieg vor ver­wun­de­ten Sol­da­ten spie­len. Auch nach dem Krieg wurde sie staats­tra­gend ein­ge­setzt, etwa zur Wie­der­er­öff­nung zer­stör­ter Opern­häu­ser. Das war mir bewußt, aber es war es in die­sem Moment nicht so wich­tig. Ich ging nach Hause, erfüllt von einer hei­te­ren Hand­lung und einer dif­fe­ren­zier­ten Musik, schwärmte mei­ner Freun­din bei einem Mond­schein­spa­zier­gang im Jenisch­park etwas vor, träl­lerte  »Der Vogel, der da sang, dem war der Schna­bel hold gewach­sen,« sowie »Len­zes Gebot, süße Not« und wurde zur Beloh­nung geküßt.

Vier­zig Jahre spä­ter insze­nierte Peter Kon­wit­schny die Meis­ter­sin­ger  in dem glei­chen Opern­haus. Die Fest­wiese sah hyper-idyllisch aus, aller­dings brei­tete sie sich aus vor einem Pro­spekt des zer­bomb­ten Nürn­berg.  Als die Auf­füh­rung  an die Stelle mit den deut­schen Meis­tern und wel­schem Tand kam, unter­brach der Diri­gent Ingo Metz­ma­cher sein Diri­gat und wandte sich direkt ans Publi­kum, in dem er diese Worte hin­ter­fragte. Ein Affront für viele Wag­ne­ria­ner. Für mich eine gelun­gene Unter­bre­chung. Ich hatte in der Zwi­schen­zeit einige neue Erfah­run­gen mit Wag­ners Musik gemacht. In der Stutt­gar­ter Oper hatte ich in den 60er Jah­ren einige Insze­nie­run­gen von Wie­land Wag­ner gese­hen, der mit den rea­lis­ti­schen Kos­tü­min­sze­nie­run­gen auf­räumte und dank Licht­re­gie die See­len­re­gun­gen dar­zu­stel­len versuchte.

Ein­mal war ich sogar bei den Bay­reu­ther Fest­spie­len. Nor­ma­ler­weise musste man Jahre war­ten, bis man in den Genuß der begehr­ten Tickets kam. Ich hatte Glück, ich  bekam 1978 Pres­se­kar­ten über die Frank­fur­ter Hefte, für die ich damals regel­mä­ßig Kom­men­tare und  Arti­kel schrieb. Also lieh ich mir den Smo­king mei­nes Bru­ders aus und fuhr nach Bay­reuth, quar­tierte mich im Hotel zur Post ein und ging mor­gens zu den Vor­trä­gen über die musik­dra­ma­ti­schen Werke, die ich nach­mit­tags sehen sollte: ich fühlte mich wie einer, der in die Mys­te­rien der Wag­ner­schen Musik ein­ge­weiht wird.

Ich lernte eini­ges über die Leit­mo­ti­vik Wag­ners, in gewis­ser Weise ist der Zuhö­rer durch sie wei­ter als der Prot­ago­nist auf der Bühne. Ertönt ein Motiv, weist es auf Schick­sal­haf­tes vor­aus. Dann zu Mit­tag essen, sich fest­lich anzie­hen, zum grü­nen Hügel pil­gern, wo auch die Pro­mi­nenz vor­fährt. Es waren Fest­spiele wie im anti­ken Grie­chen­land zu Ehren eines Got­tes, eine Unter­bre­chung des All­tags, Got­tes­dienst im ursprüng­li­chen Sinne, Wei­he­spiele, nicht Musik­thea­ter wie sonst, wo man nach anstren­gen­der Berufs­tä­tig­keit abends noch schnell in die Oper hetzt und in der Mitte des 1. Aktes einschläft …

Die Sitze  im Fest­spiel­haus sind unbe­quem und ange­sichts der Länge der Wagner-Opern ist auch die Sitz-Leistung des Zuschau­ers nicht zu ver­ach­ten. Magisch der Moment, wenn die ers­ten Takte aus dem ver­deck­ten Orches­ter­gra­ben erklin­gen. Ich sah den Ring des Nibe­lun­gen in der berühm­ten Insze­nie­rung von Patrice Che­reau, musi­ka­lisch gelei­tet von Pierre Bou­lez, eine bild­ge­wal­tige Para­bel auf den Auf­stieg des indus­tri­el­len Kapi­ta­lis­mus und sein Pro­fit­stre­ben. Und dann der Par­zi­val, das Büh­nen­weih­fest­spiel, für mich als Theo­lo­gen auch eine inhalt­li­che Her­aus­for­de­rung mit der kunst­re­li­giö­sen Gral­s­ideo­lo­gie  und der anstö­ßi­gen For­mel »Erlö­sung dem Erlö­ser«.

Aber das Vor­spiel, jene selt­sam ver­klin­gen­den nach­hal­len­den Klang­fol­gen, als habe die Musik einen »Astral­leib«(Adorno), der Kar­frei­tags­zau­ber, Klingsors Gar­ten mit den Blu­men­mäd­chen, das war schon raf­fi­nierte Ver­füh­rung, der ich mich schwer  ent­zie­hen konnte. So viele Ein­drü­cke in die­sen Bay­reu­ther Tagen, dass ich anschlie­ßend nichts zu Papier brachte. Bay­reuth ist bis heute Gegen­stand hef­ti­ger Kon­tro­ver­sen. Die von der Fami­lie Wag­ner, beson­ders dem Patri­ar­chen Wolf­gang, ver­wal­te­ten Fest­spiele ver­wei­ger­ten sich jahr­zehn­te­lang der Auf­ar­bei­tung der poli­ti­schen Ver­stri­ckun­gen. Ob es mit sei­nen Töch­tern, die nun in der Ver­ant­wor­tung ste­hen, anders wird, ist unklar.

Den Tris­tan ent­deckte ich spä­ter,  nach der Poli­ti­sie­rung von 1968 und nach eige­nen Lie­besent­täu­schun­gen. »Da ich nun aber doch im Leben nie das eigent­li­che Glück der Liebe genos­sen habe, so will ich die­sem schöns­ten aller Träume noch ein Denk­mal set­zen, in dem von Anfang bis zum Ende die Liebe sich ein­mal so recht sät­ti­gen soll: ich habe im Kopfe Tris­tan und Isolde ent­wor­fen, die ein­fachste aber voll­blü­tigste musi­ka­li­sche Kom­po­si­tion;“ schreibt Wag­ner 1854 pathe­tisch an Liszt.

Gemein­sam ver­flu­chen Tris­tan und Isolde im 2. Akt den Tag, fei­ern die Nacht der Welt-Entrückung: »Dem Tage, dem Tage/ dem tücki­schen Tage/ dem här­tes­ten Feinde/ Hass und Klage«. Wie in Nova­lis Hym­nen an die Nacht, die wohl das Vor­bild für den eksta­ti­schen Nacht­ge­sang der Lie­ben­den abge­ge­ben haben, seh­nen sie sich zur hei­li­gen Nacht als einer neuen Form der Offen­ba­rung: »Frau Minne will, es werde Nacht.«

Das ist die Rück­nahme des bib­li­schen »Es werde Licht« aus der pries­ter­li­chen Schöp­fungs­ge­schichte, das Haydn in sei­nem Ora­to­rium Die Schöp­fung so groß­ar­tig gestal­tet hat. Es ist dar­über hin­aus die Rück­nahme des Licht­ge­dan­kens der Auf­klä­rung. Die musi­ka­li­sche Beschrei­bung von Chaos und Licht­schöp­fung war schon bei Haydn mehr als natu­ra­lis­ti­sche Male­rei — sie war in Töne gesetzte phi­lo­so­phi­sche Hoff­nung auf eine bes­sere Welt. Diese Welt ver­sinkt bei Wag­ner, dem nach­re­vo­lu­tio­nä­ren Kom­po­nis­ten. Die unge­lös­ten Wider­sprü­che der Welt des Tags sol­len auf­ge­ho­ben wer­den im Mys­te­rium der Lie­bes­nacht: »O sink her­nie­der, Nacht der Liebe, gib ver­ges­sen, daß ich lebe …« Ein sol­ches Pro­jekt muss mißlingen.

In der Ham­bur­ger Tristan-Inszenierung von Ruth Berg­haus wird diese Ent­frem­dung sze­nisch über­zeu­gend zum Aus­druck gebracht – die bei­den Lie­ben­den ste­hen ein­an­der abge­wandt in einer gewal­ti­gen Industrie-Turbine, die in einer kalt-wüstenhaften Land­schaft auf­ragt. Wir wis­sen, wie die Geschichte von Tris­tan und Isolde endet. Tris­tan, in ver­rä­te­ri­scher Liebe ent­deckt, wird im Zwei­kampf ver­wun­det, mit einer Wunde, die nicht hei­len will. Er siecht dahin, in Fie­ber­träu­men. Isolde darf end­lich den Ver­bann­ten auf­su­chen, zu spät, er stirbt in ihren Armen. Sie selbst stirbt den Lie­bes­tod, stirbt dem toten Gelieb­ten nach, indem sie sich der Weise des Sehn­suchts­mo­tivs ein­ver­leibt, die so wun­der­voll und leise won­ne­kla­gend ertönt. Sie schrei­tet, glei­tet hin­über in des »Welt-Atems wehen­dem All.«

Die lang­same Stei­ge­rung von Isol­des Ster­be­ge­sang kommt zu ihrem Höhe­punkt auf die­sem Wort Welt-Atem; der wogende Schall, der tönende Schall wird musi­ka­li­sches Ereig­nis, wird noch ein­mal uner­hört schö­ner Klang­rausch, indem Stimme und Orches­ter sich aus­sin­gen, um dann lang­sam zu ver­sin­ken, zu ver­lö­schen — auf dem gehal­te­nen Wort Lust  »Mit der schwar­zen Flagge, die am Ende weht, will ich mich dann zude­cken, um zu ster­ben.« Wag­ners pateh­ti­scher Satz klingt in mir nach

Wag­ners Wir­kung in der musi­ka­li­schen Welt ist unge­bro­chen. Das Event-Marketing anläss­lich von Wag­ners  200. Geburts­tag am 22. Mai 2013 läuft über­all auf vol­len Tou­ren, am inten­sivs­ten in Deutsch­land, das nach wie vor die meis­ten Opern­häu­ser der Welt betreibt. In Ham­burg beginnt der Wagner-Wahn mit 10 Wagner-Opern  im April und Mai. Ein gros­ser Luxus für eine kleine Schicht von  Bun­des­bür­gern, meine Wenig­keit gehört dazu, aber  auch die Bun­des­kanz­le­rin, die Bay­reuth jedes Jahr mit ihrem Besuch beehrt. Die von Wag­ner ange­strebte Ästhe­ti­sie­rung der Gesell­schaft, Kunst statt Poli­tik, im Som­mer auf dem Grü­nen Hügel, fin­det sie sozu­sa­gen schon mal statt. Danach wie­der: poli­tics as usual.

 

 

Hans-Jürgen Bene­dict (hjb)

22. März 2013

Just in Time – the Life of Cool

Paul Kuhn schenkt sich zum 85. eine feine Platte – »The L. A. Session«

Unter Palmen (Bild: Frank Kleinschmidt)
Unter Pal­men (Bild: Frank Kleinschmidt)

Bei den Deut­schen gilt ja der Ex-Bundeskanzler Hel­mut Schmidt als cools­ter Ver­tre­ter der Gene­ra­tion Ü80, seine gecken­hafte Belehr­sam­keit gibt Hoff­nung, einer­seits für die Sil­ver­sur­fer der Repu­blik, die so sein wol­len wie er, ande­rer­seits für das junge Volk unter 80, das end­lich mal gesagt bekommt, wo es lang­zu­ge­hen hat. Über Hel­mut Schmidts All­wis­sen­heit und Eitel­keit kann man aller­or­ten strei­ten, voll­kom­men unstrit­tig ist, dass sein Thron beträcht­lich ins Wackeln gerät, schaut und hört man einem ande­ren Ver­tre­ten die­ser Gene­ra­tion zu. Die Rede ist von Paul Kuhn, gerade 85 gewor­den, der wahr­schein­lich das Gerede vom Mann am Kla­vier, der sein Bier braucht, genauso wenig mehr hören kann wie Hel­mut Schmidt die Raucherfragen.

Als der Künst­ler ein jun­ger Mann war, lag die Welt in Trüm­mern und die Hoff­nung und die Musik waren aus Ame­rika. Und Geld ver­die­nen musste der auf­stre­bende Jazz-Pianist, der 1953 mit beim ers­ten deut­schen Jazz-Poll nomi­niert war, auch. Des­we­gen die Sache mit dem Bier, die sich in die deut­sche Musik­seele anschei­nend so ein­ge­brannt hat. Irgend­wann war »Paul­chen« dann Lei­ter der SFB-Bigband und eine Fern­seh­nase. Eine ande­rer Kol­lege der Grün­der­jahre, der große Schau­spie­ler Harald Juhnke, hat mit ihm Musik gemacht, als so eine Art deut­sches Rat-Pack. Noch so ein coo­ler Typ eben, der sein »Bar­fuß oder Lack­schuh« dem Hedo­nis­mus der 80er ent­ge­gen­schmet­terte. Die 80 hat er lei­der nicht geschafft, der Ele­gante, der immer Frank Sina­tra sein mochte. Paul Kuhn spielt noch immer, auch in sei­nem Sinne, ist zumin­dest anzunehmen.

Irgend­wann war dann näm­lich Schluss mit Show und der Mann am Kla­vier war wie­der da, wo er ein­mal ange­fan­gen hat, beim Jazz. In mehr oder weni­ger klei­nen Com­bos, mit sei­nem Schlag­zeu­ger­freund Willy Ket­zer, der gerade erst gebo­ren war, als Paul Kuhn seine ers­ten Jazz-Auszeichnungen bekam. Viele andere jamm­ten mit ihm, auf einer sei­ner Plat­ten nennt er seine Musi­ker nur »the Best«. Was wohl ziem­lich bezeich­nend ist für die ent­spannte Hal­tung, die der Mann ver­strömt, so einer hat eben keine Konkurrenz.

Und immer wie­der spielt er im klas­si­schen Jazz­trio – Piano, Bass, Drums. Mit den moder­nen Trios à la EST oder Brad Mehl­dau hat das alles nichts zu tun, inzwi­schen ist tra­di­tio­nell, was ein­mal Avant­garde war, der Lauf der Zeit eben. Das ficht kei­nen an, denn eines ist bei Paul Kuhn stets sicher: Es swingt. Und zwar in jenem unbe­ding­ten Wil­len, die Dia­lek­tik zwi­schen rhyth­mi­scher Unschärfe und exak­tem Spiel zum Exzess zu trei­ben. Die­ser »Bounce« springt jeder­zeit aus jeder Note, ist von glit­zern­der Ele­ganz und ist in sei­ner ent­spann­ten Zurück­ge­lehnt­heit das echte »Cool«.

Auf der aktu­el­len Platte – man muss in die­sem Fall Platte sagen, nicht Com­pact Disc – ist das nicht anders. Ein­ge­spielt in den legen­dä­ren Capitol-Studios, mit zwei ziem­lich ame­ri­ka­nisch klin­gen­den Part­nern aus der Diana Krall Band, Jeff Hamil­ton (d) und John Clay­ton (b). Die sind genauso abge­klärt wie er und man weiß gar nicht so genau, wer den musi­ka­li­schen lebens­spen­den­den Drive da eigent­lich nach vorne treibt, Bass, Schlag­zeug oder die federn­den Fin­ger am Kla­vier. Hamil­ton ist im Übri­gen ein ziem­lich fili­gra­ner Schlag­zeu­ger, gut zu hören in den fast melo­di­schen Phra­sen in »Griff«, einer Hom­mage an den Tenor­sa­xo­pho­nis­ten Johnny Grif­fin, der 2005 gestor­ben ist. Das kommt Kuhn extrem ent­ge­gen, John Clay­ton ist dazu der feder­leichte Bass-Spieler, den es braucht, seine Soli sind ebenso eben­bür­tige Dia­log­stel­len. Fast möchte man das alte Zitat über das Streich­quar­tett wie­der aus der Kiste kra­men, ein »Gespräch zwi­schen intel­li­gen­ten Leu­ten«.

»Just in Time« von Jule Styne aus dem Jahr 1960 ist so ein Stück, wo einem die Dia­log­fet­zen zwi­schen den Dreien nur so um die Ohren flie­gen. Der Titel ist fast ein Motto. »No more doubt or fear I’ve found my way« heißt es da im Text – das kann man eigent­lich gänz­lich unkom­men­tiert so ste­hen las­sen. Die Platte endet mit »As Time Goes By«, ein erklär­tes Lieb­lings­stück des Sän­gers Paul Kuhn. Da wird die immer noch starke Stimme schon ein biss­chen brü­chig und selt­sam klar, und alle Sen­ti­men­ta­li­tät des 1000fach abge­nu­del­ten Klas­si­kers ist da am rich­ti­gen Platz.

So kann man das fort­füh­ren oder  ein­fach zuhö­ren beim fili­gra­nen Trio­spiel. Ein schö­nes Geburts­tags­ge­schenk hat er sich da gemacht, der Paul Kuhn. Con­gra­tu­la­ti­ons, Mr. Cool!

Paul Kuhn: The L.A. Ses­sion
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Mat­thias Schu­mann (kms)

20. März 2013

Wir sind, raus aufs Land…

Hanse Song Fes­ti­val 2013 in Stade

Wenn ein, oder zwei beisammen stehn … (Bild: Heckmann/HHF)
Wenn ein, oder zwei bei­sam­men stehn … (Bild: Heckmann/HHF)

Eigent­lich sollte es ja schon lang­sam Früh­ling wer­den, doch mit­ten im März mel­dete sich der Win­ter noch ein­mal gewal­tig zurück und ließ weiße Flo­cken vom nord­deut­schen Him­mel her­un­ter­rie­seln. Einem klei­nen Städt­chen wie Stade steht diese weiße Pracht aber sehr gut zu Gesicht, sie und lässt die pit­to­reske Alt­stadt zu einem klei­nen Win­ter­traum wer­den. »Warum sollte ich nun auf die Idee kom­men an einem Sams­tag­abend nach Stade zu fah­ren, da ist doch nichts los«, wird sich der ver­wöhnte Ham­bur­ger fragen.

Ja, in Stade wer­den die Bür­ger­steige schon um 18 Uhr hoch­ge­klappt aber dann, wenn es lang­sam dun­kel wird, ent­fal­tet sich erst der wahre Charme die­ses klei­nen Städt­chens. In den ver­win­kel­ten Gas­sen ver­ste­cken sich in alten Gemäu­ern wun­der­schöne Spiel­orte für Kon­zerte und sie sind alle nur einen kur­zen Fuß­weg von­ein­an­der ent­fernt. Der eher gestresste Groß­städ­ter, der sich gerade noch durch Men­schen­mas­sen am Ham­bur­ger Haupt­bahn­hof gekämpft hat, steigt nach 45 Minu­ten Fahrt durch die ver­schneite Land­schaft aus dem Zug und befin­det sich mit­ten in die­sem wei­ßen Idyll. Und wenn es noch nicht auf der Fahrt gesche­hen ist, so schal­tet er spä­tes­tens da schon einen Gang runter.

Und all das – na ja, bis auf die Sache mit dem Schnee – schei­nen auch die Damen und Her­ren vom Tapete-Label zu wis­sen und zu ihrem Vor­teil zu nut­zen, denn sie rie­fen bereits zum zwei­ten Mal zum Hanse Song Fes­ti­val in Stade. Dabei tru­gen sie auch die­ses Mal wie­der ein klei­nes, aber fei­nes Lin­eUp mit einer Mischung aus natio­na­len und inter­na­tio­na­len, bereits bekann­ten und noch nicht so bekann­ten Bands und Solo­künst­lern zusam­men. Und dabei bedien­ten sie sich nicht nur aus dem eige­nen »Tapete-Repertoire«.

Die unauf­ge­regte Stim­mung an einem Sams­tag­abend in einer Klein­stadt strahlte sich auch auf die Musi­ker aus. Das Ber­li­ner Duo Jack Beau­re­gard durfte in der St. Wil­hadi Kir­che auf­spie­len und wirkte dabei gut gelaunt wie zwei frech-verschmitzte Schul­jungs. Mit Aus­sa­gen wie »Ihr seid ein schö­nes Publi­kum, Stade, schö­ner als in Ber­lin«, konn­ten sie ihr Publi­kum schnell um den Fin­ger wickeln. Anders als auf den Stu­dio­auf­nah­men, bei denen sie gerne elek­tro­ni­sche Beats unter­le­gen, spiel­ten sie die Songs in ruhi­ge­ren Ver­sio­nen, pas­send zum Ambiente.

Doch locker­ten Pär Lam­mers und Daniel Schaub die allzu andäch­tige Stim­mung, schließ­lich saß man ja als Zuschauer auch auf Kir­chen­bän­ken, in den Lied­pau­sen immer wie­der durch ihre Kom­men­tare auf, was einen selbst die klei­nen Text– und Ton-Unsicherheiten ver­ges­sen ließ. Doch zum Ende des kurz­wei­li­gen Sets ver­ließ die Hälfte des Publi­kums auf ein­mal das Schiff. Denn auf der Bühne des König­marcks­saals sollte schon bald Kris­to­fer Aström loslegen.

Dem Schwe­den schien es auch nicht geheuer zu sein, warum ihm nun aus­ge­rech­net in Stade so viele Men­schen zuhö­ren wol­len. In dem mit opu­len­ten Kron­leuch­tern behan­ge­nen Saal wirkte der immer etwas schüch­terne, zier­li­che Singer/Songwriter Aström optisch ein wenig ver­lo­ren, aber akus­tisch beein­dru­ckend. Und er bewies, dass er nun mal am bes­ten ist, wenn er seine Lie­der in die­ser redu­zier­ten Form, mit nur ein oder zwei Gitar­ren unter­malt vor­tra­gen kann. Als wun­der­bare Unter­stüt­zung erweist sich sein musi­ka­li­scher Kom­pa­gnon Flam­man, der ihn bei eini­gen Stü­cken beglei­tete. Aber, auch bei ihm ström­ten auf ein­mal zahl­rei­che Men­schen aus dem Saal, weil es sie wei­ter zu Tim Neu­haus oder Pohl­mann zieht. Eine eigent­lich unschöne, aber wohl unver­meid­li­che Neben­wir­kung bei die­ser Art von Fes­ti­val, bei dem sich die Pro­gramm­punkte überschneiden.

Es müsste aber theo­re­tisch jeder Zeit gefun­den haben, um ein­mal bei Kolk­horst vor­bei­zu­schauen. Sein auf drei Stun­den ange­leg­tes Set war ursprüng­lich im his­to­ri­schen alten Holz­kran vor­ge­se­hen. Doch auf­grund der küh­len Tem­pe­ra­tu­ren und der schlech­ten Iso­lie­rung des his­to­ri­schen Gebäu­des musste er kurz­fris­tig in die kleine Wein­bar gegen­über umzie­hen. »Schöne Mütze, schöne Brille, kommt rein!« wurde man freund­lich von ihm begrüßt.

In der engen kusche­li­gen Bar mit ca. 15 ande­ren Besu­chern konnte man ihm jedoch nur auf eine Bier­länge zuhö­ren, bevor man sich wie­der durch die glat­ten, ver­schnei­ten Stra­ßen zur Semin­ar­turn­halle auf­ma­chen musste, um noch gute Plätze für »Die Höchste Eisen­bahn« sicher zu haben. »Wir hat­ten nie gedacht, dass eine Turn­halle ein Ort der Freude sein kann!“ lau­tete Fran­cesco Wil­kings pas­sen­der Kom­men­tar zum Spielort.

Der Raum füllte sich zuse­hends und die Band musste gegen eine mur­melnde Menge anspie­len, was sie auch tap­fer taten. Unter den auf­merk­sa­men Zuhö­rern dürf­ten sie den einen oder ande­ren neuen Fan hin­zu­ge­won­nen haben. »Komm doch mit, in die Stadt … wenn du jetzt noch magst«, singt Moritz Krä­mer in »Raus aufs Land«. Das mag man eigent­lich noch nicht, aber um die letzte Eisen­bahn in die große Han­se­stadt zu erwi­schen, musste man sich bereits kurz nach Ende die­ses Kon­zerts schon auf den Weg machen.

Auf dem Weg zum Sta­der Bahn­hof konnte man noch die durch­drin­gende Stimme von Cäthe durch die Kir­chen­mau­ern der Wilhadi-Kirche hören, doch es bleibt keine Zeit mehr, um dort noch ein­mal rein­zu­schauen. Die letz­ten Ein­drü­cke und Töne die­ses Kon­zert­abends hall­ten noch nach, bis einen spä­tes­tens am Har­bur­ger Bahn­hof wie­der das typi­sche wuse­lige S-Bahn Flair eines Sams­tag­abend in der Groß­stadt wie­der einfing.

Im nächs­ten Jahr blü­hen bestimmt schon die Blumen.

Mila Heck­mann (mh)

24. Februar 2013

Wolfgang Sawallisch †

26. August 1923 – 22. Februar 2013

Mit Wolf­gang Sawal­lisch ist einer der letz­ten deut­scher Kapell­meis­ter alter Tra­di­tion gestor­ben. Sein Diri­gat der berühm­ten »Köni­gin der Nacht«-Arie mit Edda Moser reist mit der Raum­sonde Voya­ger durch das Welt­all und wir erin­nern an ihn mit einer Aus­schnitt einer Doku­men­ta­tion der RAI aus den 70er Jah­ren über die Vor­be­rei­tun­gen und die Pro­ben von Johann Strauss Wal­zer »Morgenblätter«.

Mat­thias Schu­mann (kms)